»Lichtbild Linien – Vertikalen Ecke« 2012 | Heu, Eschenholz | 225 x 200 x 28 cm
»Lichtbild Linien – Vertikalen Ecke« | 2012 Heu, Eschenholz | 225 x 200 x 28 cm


»Industrielles Haus 2« 2012 | 4,6 x 4,6 x 3,3 m | Märkische Kiefer Leonhardi-Museum Dresden 2012
»Industrielles Haus 2« | 2012
4,6 x 4,6 x 3,3 m | Märkische Kiefer
Leonhardi-Museum Dresden 2012

Ansicht des Leonhardi-Ateliers mit Fachwerk-Skulpturen von Olaf Holzapfel 2012 und spätromantischen Landschaften von Eduard Leonhardi
Ansicht des Leonhardi-Ateliers mit Fachwerk-Skulpturen von Olaf Holzapfel 2012 und spätromantischen Landschaften von Eduard Leonhardi


Ansicht des Leonhardi-Ateliers mit Fachwerk-Skulpturen von Olaf Holzapfel 2012, »Erste Landschaftsaufnahmen Sachsen 1856« von Hermann Krone und Landschaft von Eduard Leohardi
Ansicht des Leonhardi-Ateliers mit Fachwerk-Skulpturen von Olaf Holzapfel 2012, »Erste Landschaftsaufnahmen Sachsen 1856« von Hermann Krone und Landschaft von Eduard Leohardi


»Lichtbild 5« | 2011 | Heu | 131 x 100 x 25 cm
»Lichtbild 5« | 2011 | Heu |
131 x 100 x 25 cm

OLAF HOLZAPFEL

22. September – 30. Dezember 2012


»Region«

Olaf Holzapfels Ausstellung »REGION« im Leonhardi-Museum Dresden umkreist die mannigfachen Beziehungen zwischen regionalen landschaftlichen Gegebenheiten, Materialien und den daraus hervorgegangenen Techniken.
Er zeigt zwei mit traditionellen Techniken hergestellte Werkgruppen: Zum einen eine Reihe geometrischer geflochtener Heu-Figuren, die sowohl auf das allgemeine Motiv des Landlebens als auch auf die sorbische Leidenschaft für abstrakte Muster in den traditionellen Trachten verweisen. Zum anderen eine Gruppe skulpturaler Holzkonstruktionen, die sich mit der Formensprache des Fachwerks auseinandersetzen. Für Holzapfel repräsentieren diese Holzkonstruktionen mehr als nur einen praktisch-traditionellen Formenkanon: sie zeigen eine auf das Wesentliche reduzierte und in seinen Zusammenhängen visuell nachvollziehbare Möglichkeit, die Welt in einem Linienmodell zu beschreiben. Die Holzskulpturen nehmen Bezug auf angewandte Architekturen wie sie in der Lausitz und im Erzgebirge in reicher Vielfalt zu finden sind und in ihrer Eigenart Wissen über die jeweiligen klimatischen Verhältnisse und topografischen Bedingungen verraten.
Die Ausstellung ist auch ein zeitgenössischer Dialog Olaf Holzapfels mit anderen Künstlern der Dresdner Region, die zu ihrer Zeit und nach genauer Beobachtung auf die Gegebenheiten reagierten; so mit Eduard Leonhardi selbst, mit dem Fotografie-Pionier Hermann Krone, dem Konstruktivisten Hermann Glöckner sowie mit Curt Querner, einem frühen Vertreter der Neuen Sachlichkeit, der später seine Motive im Alltagsleben seines Heimatortes Börnchen fand.

»Die Landschaft und die Verwendung der Materialien: das eigentliche Thema dieses unsentimentalen Dialogs, der sich quer durch die Generationen zieht und von divergierenden Weltanschauungen geprägt ist, könnte demzufolge gut die uralte, stets aktuelle »Frage nach der Technik« sein. Und der moderne westliche Geist, mit all seiner dogmatischen Beschränktheit und dem veralteten Glauben an die kartesische Unterteilung in Natur und Kultur, muss lernen, diese Frage wieder neu zu formulieren, sich diese wieder neu zu stellen, in einem neu erwachten Bewusstsein, daß diese sogenannte Frage nach der Technik auch immer eine Frage nach der Natur ist – beziehungsweise eine, die uns die Natur zum Teil selbst beantworten kann. Olaf Holzapfels Werk, aus Heu und Holz und Epoxid und Tinte, trägt dazu bei, ihr eine Stimme zu verleihen.« (Dieter Roelstraete im Katalog zur Ausstellung)

Für Leihgaben danken wir u. a. der SLUB Dresden, der Hermann-Krone-Sammlung der TU Dresden, der TU Bergakademie Freiberg, dem Kulturzentrum Schleife und Fischer Kunsthandel & Edition Berlin.

Während der Ausstellung erscheint ein Katalog im DISTANZ Verlag, Berlin.

Leonhardi-Museum Dresden, Bernd Heise (ed.)
Olaf Holzapfel – Region
German/English
22 x 26 cm
112 pages, approx. 70 color images, softcover with flaps
ISBN 978-3-942405-97-3
Release: December 2012
€ 29,90 / £ 27.50 / $ 45

www.distanz.de




Olaf Holzapfel – Biografisches

geboren 1969 in Görlitz
lebt und arbeitet in Dresden und Berlin

1996 – 2001
Studium Malerei, HfBK Dresden bei Prof. Ralf Kerbach

2001 – 2002
Research Student, NID Ahmedabad Indien bei Prof. Singanapalli Balaram

2002
Artist in Residence, Columbia University, New York

2006 – 2008
Gastprofessur, Kunstakademie Karlsruhe

2008 – 2010
Gastprofessur, HfBK Hamburg


herrmann01
»James Ensor träumt Magritte«
2006, Öl auf Leinwand, 180 x 360 cm

PETER HERRMANN

16. Juni – 2. September 2012


»Ostende«

Anlässlich des 75. Geburtstages von Peter Herrmann zeigte das Leonhardi-Museum vom 16. Juni bis 2. September die Ausstellung »Ostende« mit Malerei und Zeichnungen des Künstlers.

Peter Herrmann spielt eine wichtige Rolle in der Dresdner Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. In seinen Dresdner Jahren war er an mehreren Ausstellungen unseres Haus beteiligt; u.a. fand seine erste Museums-Einzelausstellung 1976 im Leonhardi-Museum statt. Seine letzte große Ausstellung in Dresden (gemeinsam mit Hans Scheib im Oktogon der HfBK) liegt nunmehr siebzehn Jahre zurück. Aus Anlass des 75. Geburtstages unterziehen wir sein Werk einer Re-Vision:
Im großen Saal des Leonhardi-Museum zeigen wir neue Malerei des in Berlin lebenden Künstlers; zusätzlich präsentieren wir frühe Bilder, die während der Dresdner Jahre Peter Hermanns entstanden sind.
Im Sommer 2007 verbrachte Peter Herrmann vier Wochen auf dem Weingut Le Querce in Umbrien. Dort entstand ein Zyklus von Zeichnungen, den wir in ebenfalls dem Publikum vorstellen; diesem Zyklus ist der Katalog gewidmet, der anlässlich der Ausstellung erscheint. Zu den Zeichnungen schreibt Michael Freitag:
»(...) Hervor kommt ein Alterswerk, leicht, fein, aus dem Genuss, den der Verzicht bedeutet, wenn man ihn will. Die Farbe, sonst eindringlichstes Signalement in einem funkelnden Bildgeschehen, außerhalb jeder Erfahrbarkeit arrangiert – hier gibt sie nur Kühle, Durchschein, Hinterlicht. Der Süden ist nicht im Motiv mehr, sondern in dem Wissen, dass die Kunst hier nicht gebraucht wird. Der Anblick wird heruntergesetzt, ohne das Bild zu verarmen. Das ist schön, weil still.«


adk_Claus_Schlacht
Nach der Schlacht bei Frankenhausen, nach Thomas Müntzers Tod; die Idee aber der kommunistischen Revolution lebt weiter | 1966 | Feder, Tusche blau, beidseitig, auf Transparentpapier, 20,8 x 14,3 cm | Kunstsammlungen Chemnitz, Stiftung Carlfriedrich Claus-Archiv, Foto: László Tóth, Chemnitz
© VG Bild-Kunst, Bonn 2011


adk_Claus_Ausblick_1
Ausblick, Geschichtsphilosophisches Kombinat, Blatt 18, 1963
Feder, Tusche, beidseitig, auf Transparentpapier, 21 x 29,5 cm Kunstsammlungen Chemnitz, Stiftung Carlfriedrich Claus-Archiv Foto: László Tóth, Chemnitz | © VG Bild-Kunst, Bonn 2011

CARLFRIEDRICH CLAUS

3. März – 3. Juni 2012


»Geschrieben in Nachtmeer«


Carlfriedrich Claus (1930–1998) war als Künstler und Philosoph ein Grenzgänger. Sein Werk entfaltet sich zwischen Poesie, Zeichnung, Grafik und Akustischem in Sprache und Ton. Arbeit verstand er als unermüdliches Experiment und erforschte die Medien in ihren inneren Zusammenhängen, ihrer Herkunft und anthropologischen Bedeutung. In linearem Duktus zeichnete Claus seine „Sprachblätter“, die sowohl Bild als auch Text sind und auf unterschiedliche Quellen Bezug nehmen: Neben der jüdischen Mystik, Naturwissenschaft und Kybernetik reagierte der Künstler oft auch auf zeitbezogene Ereignisse. Seine geschichts-philosophischen Überlegungen orientierten sich an nach Ganzheitlichkeit strebenden Weltmodellen zwischen Paracelsus, Marx und Ernst Bloch. Aus seiner utopisch-kommunistischen Grundhaltung hat Carlfriedrich Claus nie einen Hehl gemacht. Es ging ihm um die Überwindung des „Entfremdetseins“ durch die „Naturalisierung des Menschen und die Humanisierung der Natur“. Lange Zeit war Claus in der DDR künstlerisch isoliert und politisch verdächtig. Er lebte einsiedlerisch in Annaberg, ab 1993 in Chemnitz. Und doch war seine Werkstatt seit den 1950er Jahren ein Gravitationszentrum europäischer intellektueller Kräfte.

Die Ausstellung im Leonhardi-Museum Dresden, die in Kooperation mit der Akademie der Künste Berlin und mit dem Carlfriedrich-Claus-Archiv der Kunstsammlungen Chemnitz entstand, zeigt gezeichnete Sprachblätter und das druckgraphische Hauptwerk „Aurora“ sowie die frühen Fotografien des Künstlers.


Peter Makolies: König David, 2010, Granit, Höhe 36 cm

König David, 2010, Granit, Höhe 36 cm


Peter Makolies: 2005, Breite 49 cm

2005, Breite 49 cm

Peter Makolies: 2008, Höhe 45 cm

2008, Höhe 45 cm

Peter Makolies: 2010, Breite 29 cm

2010, Breite 29 cm

PETER MAKOLIES

18. November 2011 – 12. Februar 2012


Feldsteine 2001?2011

Zur Ausstellung erschien ein Katalog im Verlag für moderne Kunst Nürnberg.




Der Bildhauer Peter Makolies war mit seinen Arbeiten bereits 1978 und 1995 zu Gast in unserem Haus. Dass wir dem Dresdner Künstler erneut eine Exposition widmen, ist der Eigenheit seiner zwischen 2001 und 2011 geschaffenen Werkgruppe „Feldsteine“ zu verdanken, die zudem einen Bogen zu seinen künstlerischen Anfängen schlägt und die wir hier erstmals umfassend vorstellen und publizieren.

Peter Makolies hat aus dem unberechenbaren wie unklassischen Material von Findlingen Physiognomien herausgeschält, aus ihnen steinerne Antlitze geschlagen.
„Diese Gesichter sind über jede persönliche Andeutung erhaben, sind nur in seltenen Ausnahmefällen porträthaft, eher nähern sie sich einer Art Idealbild an, erscheinen als säkulare Objekte, die einem unbekannten Kult dienen. Sie kommen von weither, wie die Steine aus denen sie geschlagen sind. (...)
Mit den Feldsteinen hat Peter Makolies sich seiner Anfänge neu versichert, er ist zugleich tief in die Kunst- und Bildgeschichte eingetaucht und hat seinem Werk eine weitere Dimension der monumentalen Einfachheit erschlossen.“
(Matthias Flügge im Katalog zur Ausstellung)

„Es hat sich nicht viel geändert in der Bildhauerei der letzten zwanzigtausend Jahre. Immer noch werden Bilder in Stein gehauen, die Bilder nach unserem Bilde sind. Unser Wissen um all die Dinge, die andere schon gemacht haben, ist belastende Erfahrung.?Nur wenigen ist es gegeben, die unbelasteten Werte kindlicher Zeichnung ins Leben zu retten. Vielleicht ist der Kreis geschlossen, wenn das Ende dem Anfang gleicht. Nehmen wir an, die Menschheit richtet sich und die Natur doch noch zugrunde, dann besteht die berechtiget Hoffnung für den Bildhauer, dass spätere Lebewesen den Schutt unserer guten alten Erde durchwühlen, um nach Zeichen der Vergangenheit zu suchen.?Neue Winckel- und Schliemänner werden finden, was den Untergang überstanden hat. Es könnten Steine sein, die gehauen sind nach dem Bilde der verlorenen Menschheit.?Und sie werden darüber nachdenken, wie das damals war.“
(Peter Makolies: Katalog „Erste Phalanx nedserd“, Nürnberg, 1991)

Die Besonderheit unseres aktuellen Katalogs besteht darin, dass fast ausnahmslos Peter Makolies selbst die fotografischen Abbildungen seiner Skulpturen dafür anfertigte und  damit Einsichten in die Perspektive des Künstlers auf das eigene Werk erlaubt – „ ... dann wird die Fotografie selbst zur Skulptur, wie es hier in Makolies’ strengen schwarz-weiß Bildern geschehen ist.“ (Matthias Flügge im Katalog)


Biografisches

1936 in Königsberg/Ostpreußen geboren?
1953 Beginn der Steinmetzlehre in der Zwingerbauhütte Dresden; eigene künstlerische Arbeiten?
1953/54 Zeichenkurse an der Volkshochschule Dresden bei Jürgen Böttcher/Strawalde? mit den Malerfreunden Ralf Winkler (A.R. Penck), Peter Herrmann, ?Peter Kaiser und Peter Graf?
seit 1965 freier Bildhauer in Dresden?
1984 Teilnahme an der Biennale Venedig,? erster Arbeitsaufenthalt in Carrara im Studio Nicoli?
1985 Studienreise durch China
1986 & 1989 Arbeit in Carrara, Italien
2001 Beginn der Arbeit an den Feldsteinen
Lebt und arbeitet in Dresden und Warthe (Liepe) auf Usedom

Micha Ullman: Sandwerk, 2011, Leonhardi-Museum Dresden, (Fotografie: Werner Lieberknecht)

Micha Ullman: Sandwerk, 2011, Leonhardi-Museum Dresden, (Fotografie: Werner Lieberknecht)

Micha Ullman: Sandwerk, 2011, Leonhardi-Museum Dresden, (Fotografie: Werner Lieberknecht)

Micha Ullman: Sandwerk, 2011, Leonhardi-Museum Dresden, (Fotografie: Werner Lieberknecht)

Micha Ullman: Sandwerk, 2011, Leonhardi-Museum Dresden, (Fotografie: Werner Lieberknecht)

Micha Ullman: Sandwerk, 2011, Leonhardi-Museum Dresden, (Fotografie: Werner Lieberknecht)

Micha Ullman: Sandwerk, 2011, Leonhardi-Museum Dresden,
(Fotografie: Werner Lieberknecht
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MICHA ULLMAN

15. September – 6. November 2011


Sandwerk

„Sandwerk“ ist eine Ausstellung über Bücher, genauer über die Abwesenheit von Büchern. Micha Ullman, geb. 1939 in Tel Aviv, hat im Leonhardi-Museum eine Sandschüttung realisiert, die auf einer Fläche von 100 qm wie eine große Zeichnung die Spuren dieser Bücher sichtbar werden lässt. Mit dem feinkörnigen roten Sand seiner israelischen Heimat erzeugt der Künstler Schatten dieser Abwesenheit. Ullman selbst vergleicht das von ihm entwickelte Verfahren mit der Fotografie, insofern Zeit, Entfernung und Licht bestimmende Momente dieser Arbeit sind. Man kann sie aber auch als ein flaches Relief verstehen.?
Diese mehrdeutigen Bezüge sind für Micha Ullmans Arbeit charakteristisch. Das Thema des Buches ist für die jüdische Religion und Kultur von zentraler Bedeutung. Das Judentum war die erste durch ein „Buch“ – die Thora – geoffenbarte Religion. Zugleich ist das Buch eine Metapher. Und seine Vernichtung eine Realität. So verstanden, nimmt die Arbeit auch Bezug auf die erste Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten am 8. März 1933 in Dresden und steht Verbindung mit Ullmans Mahnmal „Bibliothek“ auf dem Bebelplatz in Berlin.??

Micha Ullman, Mitglied der Berliner Akademie der Künste und emeritierter Professor der Stuttgarter Kunsthochschule lebt bei Tel Aviv. Er ist weit über die Grenzen seines Landes und weit über die Deutschlands hinaus bekannt geworden nicht nur mit dem erwähnten Mahnmal an die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933. 1980 vertrat er sein Land bei der Biennale in Venedig, zwei Mal bei der in Sao Paulo. Einladungen zur „documenta 8“ (1987) und „documenta IX“  (1992) und zu anderen wichtigen internationalen Ausstellungen stellten den Rang seines Werks immer wieder unter Beweis. 1989 war er als DAAD-Stipendiat in Berlin. Neben dem Mahnmal auf dem Bebelplatz hat er für den öffentlichen Raum in Berlin zwei weitere Arbeiten geschaffen: die Skulptur „Niemand“ (1990) in der Lindenstraße gegenüber dem Jüdischen Museum und das „Blatt“ (1997) das unweit davon, in der Axel-Springer-Straße 48 ? 50, durch Bänke den Grundriss einer von den Nazis zerstörten Synagoge nachzeichnet. Auch in anderen deutschen Städten wie Stuttgart, Heidelberg, Bamberg u.a. sind Arbeiten für den öffentlichen Raum entstanden. Ebenso international: in Italien, Finnland, Australien Polen und anderenorts. Das Museum Wiesbaden ehrte ihn 2003 mit einer großen Ausstellung und zur Zeit ist im wiedereröffneten Israel – Museum in Jerusalem eine Retrospektive seines Werks zu sehen.? Der Künstler erhielt neben anderen Auszeichnungen 1995 den Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste Berlin und 2009 den Israel-Preis, die höchste Ehrung des Landes für die Künste.??

Ullman, der aus einer 1933 aus Thüringen nach Palästina ausgewanderten Familie stammt, hat sein ganzes Werk Fragen der Erinnerung, des Verschwindens, der Abwesenheit und der Spuren gewidmet. Der rote Sand seiner Heimat ist das zentrale Motiv seiner oftmals bis zum Äußersten reduzierten Arbeit, die dennoch nicht einfach dem Minimalismus zuzurechnen ist. Jede Geste, jede Form trägt eine Bedeutung in sich, die weit über das Material hinausweist, ohne jedoch symbolhaft verstanden werden zu können. Micha Ullmans Arbeiten sind offene Räume der Gedanken und des Gedenkens. Seine Ästhetik wurzelt in der jüdischen Kultur und ist zugleich universell zu erfahren.??

Die Verleihung des Gerhard-Altenbourg-Preises des Lindenau-Museums Altenburg war Anlass der Doppelausstellung in Altenburg und Dresden. Vom 11. September bis 11. Dezember zeigt das Lindenau-Museum die Ausstellung „Bergwerk“, für die Micha Ullman eine neue raumgreifende Arbeit geschaffen hat, die auf die thüringische Herkunft seiner Familie Bezug nimmt.

Sibylle Bergemann, "Heike", Berlin, 1988

Heilke, Berlin,1988

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Marx-Engels-Denkmal (für Berlin-Mitte) vor der Werkstatt des Bildhauers Ludwig Engelhardt, Gummlin, Usedom, Mai 1985


bergemann-Polaroid_oT_02

ohne Titel

SIBYLLE BERGEMANN

17. Juni – 4. September 2011


Aus Anlass ihres 70. Geburtstages, den Sibylle Bergemann am 29. August 2011 gefeiert hätte, präsentieren wir die erste museale Einzelausstellung der Fotografin in Sachsen. Wir geben einen Einblick in das reiche Schaffen der Künstlerin mit Arbeiten, von denen einige den Status von Ikonen der DDR-Bilderwelt erlangt haben, darunter Aufnahmen aus dem Themenkomplex der Modefotografie sowie eine Auswahl aus den Serien »Clärchens Ballhaus« und »Denkmal« zum Berliner Marx-Engels-Monument. Je ein Raum ist den Polaroids und der bisher unveröffentlichten Werkgruppe der »Fenster« gewidmet.
Während der Ausstellung zeigen wir außerdem die Filmdokumentation »Mein Leben – die Fotografin Sibylle Bergemann« von Sabine Michel.

Die Ausstellung wurde noch gemeinsam mit Sibylle Bergemann konzipiert und vorbereitet und mit Hilfe von Arno Fischer und Frieda von Wild vollendet.
Arno Fischer, Bernd Heise und Frieda von Wild haben auch die beiden anlässlich der Ausstellung erscheinenden Publikationen herausgegeben: »Die Polaroids« bei HatjeCantz sowie »Fenster« bei der edition braus.

»FENSTER«
»Fenster« ist die erste, bisher unpublizierte Werkgruppe von Sibylle Bergemann. Die Wahl des Motivs entsprang ihrer Scheu, die Kamera auf Menschen zu richten. »Fenster sind auch Menschen«, sagte sie dazu in der ihr eigenen Lakonie. Das Motiv spielt auch in ihrem weiteren Werk eine wichtige Rolle.

Matthias Flügge im Katalog: »Fenster sind zuerst geometrische Formen auf einer Fläche, herausragende Elemente der Bildorganisation. Vielleicht hat die Fotografin besonders gereizt, welche Fülle der Bedeutungen sich mit den einfachen Formen verbindet. Sibylle Bergemanns Fenster sind wahrhaftig wie die Augen von Menschen, in denen sich ihre Geschichte und etwas von ihrer Seele spiegelt. Sie berichten von den lange anhaltenden Folgen des Krieges in deutschen Städten ebenso wie von Momenten höchster Privatheit, von Schmuckbedürfnissen und dem Hinnehmen von Verwahrlosung, von den Räumen der Natur in den Städten und von der Gesichtslosigkeit mancher Architektur. Die Bilder sind weit davon entfernt, kritisch oder gar anklagend sein zu wollen – aber sie sind sozial genau.«

POLAROIDS
Jutta Voigt schreibt in »Sibylle Bergemann – Die Polaroids«: Sibylle Bergemanns poetische Polaroids sind oft Nebenprodukte von Auftragsarbeiten, eine schöne Nutzlosigkeit, Training der Fantasie, Notizen einer Romantikerin. »Manchmal möchte man Liebesgedichte schreiben«, kommentiert Arno Fischer diese Bilder. Die Künstlerin hat sich mit dem Polaroid verbündet, dem herkömmlichen Farbfoto damit das Grelle und Laute genommen, ihm Patina und Atmosphäre gegeben. Sie experimentierte mit den Wirkungen, trieb ihr Spiel mit den Seltsamkeiten. Sie hat Dinge belebt, die in einer vernünftigen Wirklichkeit leblos sind und mit der Möglichkeit gespielt, dass die Dinge eine Seele haben ... Mit ihrem »belletristischen Blick – belle et triste, schön und traurig – hat sie in den Polaroids Stillleben festgehalten, Gegenstände, Umwelt und Milieus, abgenutzte Treppen und kahle Fassaden, Apfelbäume, Tulpen im Schnee, die Kinderfeste der Akademie der Künste mit Prinzessinnen, Engeln und feinen Damen. Höhepunkt sind die Porträts der kostümierten behinderten Schauspieler des Theaters RambaZamba – »Podeste für die Individualität, Aussichtstürme der Humanität, jenseits der Niederungen von Betroffenheitsattitüden«.

raeumen

NEELE HÜLCKER / LISA HAUCKE

"räumen" 9. Mai – 5. Juni 2011


Intermezzo I

Installationen


Mit „räumen“ startete das Leonhardi-Museum eine neue Reihe: „Intermezzo“ besetzt in loser Folge temporäre Frei- und Ausstellungsräume des Museums mit künstlerischen Interventionen. Die Premiere bestreiten Neele Hülcker und Lisa Haucke mit Installationen, die mit spielerischer Leichtigkeit die Schnittstellen zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit ausloten. So rückt „Beta Vulgaris“ Rote Bete in den Mittelpunkt des visuellen Interesses. Mit Hilfe einer Apparatur aus Video, Spiegelfolien und Bildschirm wird ein kaleidoskopartiges Bild des Gemüses in Bewegung an die Wand projiziert. Dieses „Abenteuersehgerät zur Wahrnehmung musikalisch-tänzerisch-theatraler Vorgänge“ zeigt beispielhaft die Arbeitsweise der Kompositions- und der Kunststudentin.

Eigens für das Leonhardi-Museum konzipierten Neele Hülcker und Lisa Haucke eine „Kiste“ mit geheimnisvollem Inhalt. Dieser „Zauberkasten“ steht im abgedunkelten Großen Saal, durch die Ritzen und Löcher seiner Oberfläche dringt Licht, wuchern Klänge, die sich zu Stimmen verdichten und sich als u.a. als Kommentare zur Kunst entpuppen. „Wir arbeiten mit Klängen und Geräuschen, die Ausstellungssituationen begleiten, in der Regel aber nicht wahrgenommen werden wie hier im Leonhardi-Museum das Knacken der Heizung. Diese Klangkulisse verschmelzen wir mit jener, die die Besucher mit ihren Kommentaren erzeugen. Wir wollen damit auf scheinbar zufällige Konstellationen hinweisen und für das sensibilisieren, was sonst ausgeblendet wird.“



Bordstein, 2007, Collage, 59 x 42 cm

Courtesy of Galerie VOUS ETES ICI, Amsterdam, Niederlande

JAN BROKOF

12. Februar – 25. April 2011


Concrete Forest | Zeichnung, Grafik, Installation

Zur Ausstellung erschien in Zusammenarbeit mit dem Folkwang Museum Essen ein Katalog im Steidl-Verlag.

Vom 29. Januar – 3. April 2011 zeigte das Museum Folkwang, Essen die Jan Brokof-Ausstellung »Der Westen war einsam«.

In einer Doppelausstellung präsentierten das Folkwang Museum Essen und das Leonhardi-Museum Dresden Arbeiten des 1977 geborenen Jan Brokof. Damit richten sie die  Aufmerksamkeit auf einen Künstler der jüngeren Generation, der sich auf besondere Weise den grafischen Künsten verschrieben hat. Besonders Brokofs Holzschnitte demonstrieren dabei seinen innovativen Umgang mit dieser traditionellen Technik, die er mit Arbeiten wie dem im Maßstab 1:1 nachgebauten »Jugendzimmer« in die Dreidimensionalität führte. Mit Werken wie »Jugendzimmer« richtete Jan Brokof den Blick auf eigene Lebenserfahrungen in einer Schwedter Plattenbausiedlung und fragt nach den Wechselwirkungen zwischen gebauter Umwelt und dem Leben seiner Bewohner. Die in jüngster Zeit entstandenen Collagen und Farbholzschnitten rücken gesellschaftspolitische Aspekte noch stärker in den Vordergrund.??Eigens für die Präsentation im Leonhardi-Museum schuf Jan Brokof zwei großformatige Papier-Collagen. Der Künstler arbeitete in einer Ateliersituation direkt vor Ort, im großen Saal des Museums. »Das ist wie Improvisation«, sagt er. »Aus einer skizzierten Grundidee wächst ein Bild. Man lässt sich darauf ein, was im Raum passiert. Da gibt es Momente des Scheiterns und Versagens, aber auch Überraschendes, Beglückendes.«??Die Ausstellungen in Dresden und Essen ergänzten sich: Während in Essen ein Überblick über das bisherige Schaffen Jan Brokofs seit seinem Studienabschluss zu sehen ist, konzentriert sich die Ausstellung in Dresden auf jüngste Arbeiten des Künstlers. Gezeigt wurden Farbholzschnitte, Collagen, Zeichnungen und Installationen.

JOACHIM BÖTTCHER

27. November 2010 – 30. Januar 2011


Die Ausstellung mit Malerei, Plastik und Zeichnungen setzte eine thematische Reihe fort, die einen konzeptionellen Schwerpunkt der Arbeit unseres Hauses bildet. Joachim Böttcher gehört wie Dieter Goltzsche und Harald Metzkes zu jenen Künstlern, die ihre Ausbildung an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste absolvierten und deren Weg schließlich nach Berlin führte, wo sie wesentliche Impulse für ihre Weiterentwicklung erfuhren. Unser Interesse gilt dabei besonders den »dresdnerischen Sedimenten« in den Werken dieser Künstler, dem Aufspüren möglicher kunsthistorischer Konstanten wie der »Dresdner Malweise«.

Verbunden, 1992, Siebdruck auf Papier, 38 x 38 cm

moosrose

MOOSROSE 37 | Villa Marie 1980, 1990, 2010

11. September – 14. November 2010


Dokumente und neue Arbeiten von Rainer Görß,

Werner Lieberknecht, Konrad Maass, Götz Schlötke, Detlef Schweiger, Holger Stark, Franz Zadnicek | Kuratorin: Claudia Reichardt


Postkarte der Galerie »fotogen«, Siebdruck über Fotografie, 1986

RAINER ZILLE

3. Juli – 5. September 2010


... Rainer Zilles künstlerisches Temperament war geprägt von einem andauernden visuellen Appetit, weniger in Richtung dekoratives Fertiggericht, sondern auf das Transitorische der ausgewählten Gegenstände gerichtet. Er war ein unruhiger und robuster Maler, der noch in der unscheinbarsten Zeichnung seinem bewegten Weltverhältnis Ausdruck verleihen konnte und den Realität und die Magie des Unwirklichen faszinierten und antrieben. ... (Herbert Schirmer)

Seeräuber, 1991, Öl auf Hartfaser, 62 x 77 cm

Konrad Henker, Wilder Freiger, 2009, Kaltnadel / Aquatinta 45 x 70 cm / 54 x 78 cm

KONRAD HENKER

10. April – 20. Juni 2010


Mit dem Museumsdebüt des 1979 geborenen Konrad Henker nahmen wir eine Tradition unseres Hauses wieder auf und lenkten die Aufmerksamkeit auf das Werk eines Künstlers der jüngeren Generation, der sein Studium an der hiesigen Hochschule für Bildende Künste absolvierte.

Wilder Freiger, 2009, Kaltnadel / Aquatinta, 45 x 70 cm / 54 x 78 cm

Evelyn Richter, Dresden, um 1976

EVELYN RICHTER

29. Januar – 5. April 2010


Aus Anlass des 80. Geburtstages von Evelyn Richter am 31. Januar 2010 präsentierten wir die erste museale Einzelausstellung der Fotografin in Dresden. Aus bedeutenden Werkgruppen wie »Fries der Lauschenden« und »Stillgehaltene Zeit« trafen wir eine retrospektiv angelegte Auswahl und zeigen 75 Schwarzweißfotografien, darunter Porträts bekannter Musiker und Dresdner Stadtlandschaften.

Dresden, um 1976, Fotografie

Monika Brandmeier, Ecke, 2009

MONIKA BRANDMEIER

30. Oktober 2009 – 17. Januar 2010


Unter dem Titel »Sachverhalt« zeigten wir eine Auswahl von Objekten, Installationen, Fotoarbeiten, Zeichnungen und Videos aus den Jahren 1992 bis 2009 von Monika Brandmeier und gaben damit einen repräsentativen Einblick in das vielfältige Werk der Künstlerin, die seit 2001 als Professorin für Bildhauerei an der HfBK Dresden lehrt.

Ecke, 2009, Farbfotografie, VG Bild-Kunst, Bonn

Egon Pukall, Winterliches Interieur, 1987

EGON PUKALL

11. Juli – 18. Oktober 2009


Mit dieser Ausstellung setzten wir eine thematische Reihe fort, die einen wichtigen konzeptionellen Schwerpunkt der Arbeit unseres Hauses bildet: Im Zuge unserer Untersuchungen zur Dresdner Kunstgeschichte widmen wir uns jährlich jeweils einem Künstler, der für mindestens die Dresdner Kunst des 20. Jh bedeutsam war, aber mangels Publikationen oder mangels der Sichtbarkeit des Werkes zunehmend in Vergessenheit zu geraten droht. Zur Ausstellung erschien ein Katalog.

Winterliches Interieur, 1987, Tempera auf Hartfaser, 65 x 80 cm

ULRICH WÜST

9. Mai – 5. Juli 2009


Aus Anlass des 60. Geburtstages von Ulrich Wüst am 12. Mai 2009 zeigten wir eine Einzelausstellung des Fotografen mit der wesentlichen Werkgruppe »Jahrebuch«, die zwischen 1978 – 2009 entstanden ist.

Zur Ausstellung erschien ein Katalog.


Kos, 1995

STEFAN NESTLER

28. Februar – 26. April 2009




Unter dem Titel collage concrete zeigte das Leonhardi-Museum Arbeiten aus den Jahren 1997 bis 2008 des Dresdner Künstlers Stefan Nestler.

Mit dieser Auswahl von Collagen, Objekten und Fotografien präsentierten wir Stefan Nestlers erste museale Einzelausstellung.








Zur Ausstellung erschien ein Katalog.


Himmel, 2003, Collage, Spiegel hinter Glas, 61 x 43,5 cm

CHRIS NEWMAN

29. November 2008 – 15. Februar 2009


SOLID STATE VARIATION


Unter dem Titel SOLID STATE VARIATION zeigten wir eine Serie von 12 Bildern »The Non – Plotted« aus dem Jahre 2008 sowie zwei aktuelle Videoinstallationen und eine Installation des britischen Künstlers Chris Newman.


Zur Ausstellung erschien ein Katalog.





The Non-Plotted, 2008, Acryl und Graphit auf Baumwolle, 150 x 120 cm

ALBERT WIGAND

14. September – 16. November 2008


Malerei | Zeichnungen | Collagen



Unser Wunsch, mit Albert Wigand nach Hermann Glöckner einen weiteren Solitär Dresdner Kunst in unserem Haus zu zeigen, erfüllte sich 30 Jahre nach dem Tod des Künstlers und 18 Jahre nach seiner letzten großen Ausstellung in dieser Stadt.


Zur Ausstellung erschien ein Katalog.




o. T. (Vase mit Blumen), um 1960, Öl / Collage, 38,8 x 36,1 cm

LOTHAR BÖHME

21. Juni – 31. August 2008


Malerei und Zeichnungen



Ausstellungseröffnung am 20. Juni um 19 Uhr in Anwesenheit des Künstlers. Es sprach Professor Jörn Merkert, Direktor der Berlinischen Galerie.


Zur Ausstellung erschien ein Katalog.







Kopf, 2002, Tusche / Feder auf Papier, 29 x 20 cm

GORAN DJUROVIC

13. April – 8. Juni 2008


»Ich sehe was, was du nicht siehst« | Neue Bilder


Zur Ausstellung erschien ein Katalog im Hatje Cantz Verlag sowie eine Vorzugsgrafik.


Wer hat schon soviel Zeit (Ausschnitt), 2007, Öl auf Holz, 24 x 28 cm

HEINRICH ZILLE

12. Januar – 9. März 2008


Zeichnungen und Photographien


»Es gibt mehr als einen Zille: einen, der die typischen Illustrationen für Witzblätter machte und daneben einen anderen. Der andere zeichnete ganz ohne Nebenzweck und Hintergedanken. Zille war künstlerisch
groß genug, um ungestraft eine besondere Absicht, also Tendenz, seinen Zeichnungen einfließen zu lassen. Seine begleitenden Worte zu seinen
Zeichnungen sind schlagend, beißend, saftig. Dieser seltsamen Einheit von Bild und Wort verdankt er wohl zu allermeist seine ungeheure
Popularität. Dann gibt es aber noch einen dritten Zille, und dieser ist mir der liebste. Der ist weder Humorist für Witzblätter noch Satiriker. Er ist restlos Künstler. Ein paar Linien, ein paar Striche, ein wenig Farbe mitunter - und es sind Meisterwerke.« Käthe Kollwitz


Frau und Mann mit Krücken, o. J., Kreide, 21,7 x 15,4cm

OLAF NICOLAI

23. November 2007 – 1. Januar 2008


Korallengärten und ihre Magie



Zur Ausstellungseröffnung am 22. November sprach Dr. Thomas Irmer.

Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.




Einladungskarte (Ausschnitt)

ELIZABETH AHNERT

22. September – 11. November 2007


Zur Eröffnung der Ausstellung sprach Susanne Hebecker.

In Kooperation mit dem Sehsam Verlag Erfurt erschien ein Katalog.



o. T., 1981, Mischtechnik und Collage, 16,7 x 24,2 cm

MAX UHLIG

23. Juni – 26. August 2007


Zeichnungen


Zur Ausstellungseröffnung in Anwesenheit des Künstlers sprach Michael Freitag. Es erschien ein Katalog.


o. T., 1981, Feder/Pinsel/Tusche auf transparentem Umdruckpapier, 42 x 56 cm

ARNO FISCHER

31. März – 17. Juni 2007


Fotografie


Es sprachen Ralph Lindner (Direktor der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen) und Matthias Flügge (Publizist). Zur Ausstellung erschien das Buch »Der Garten« von Arno Fischer.

Braga / Portugal, 2006, Fotografie

BODO KORSIG

3. Februar – 25. März 2007


»Where can I buy a new brain«


Zur Eröffnung der Ausstellung sprach Herr Dr. Holger Birkholz (HfBK Dresden). Zur Ausstellung erschien ein Katalog.

ENDLICH GLÜCKLICH (Ausschnitt), 2005, Holzschnitt / Leinwand, 65 x 170 x 10 cm

MANET WÜRDE SICH WUNDERN

24. November 2006 – 21. Januar 2007


AG Leonhardi-Museum 1963 1990


Zur Eröffnung der Ausstellung sprachen Gabriele Muschter und Angelika Weißbach. Musik: Dietmar Diesner, saxophon-actor.
Zur Ausstellung erschien ein Katalog.


Gefördert durch: Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und
Dresdner Stiftung für Kunst und Kultur der Stadtsparkasse Dresden


Christian Borchert, Frühstück im Freien, 1982 (SLUB / Deutsche Fotothek)

MATTHIAS HOCH

21. September – 12. November 2006


Fotografien


Zur Ausstellungseröffnung in Anwesenheit des Künstlers sprach Matthias Flügge (Berlin). Zur Ausstellung erschien ein Katalog.











Dresden #2, 2005, C-Print, 100 x 80 cm

CLAUS WEIDENSDORFER

13. Juli – 17. September 2006


»Die Regeln und das Spiel«


Zur Eröffnung sprach Prof. Dr. Wolfgang Holler (Direktor des Kupferstich-Kabinetts Dresden). Es erschien ein Katalog.


Vor der Bar, 2004, Mischtechnik auf Papier, 37 x 50 cm

RALF KERBACH

19. Mai – 9. Juli 2006


Neue Bilder


Zur Eröffnung in Anwesenheit des Künstlers sprachen Dr. Lutz Vogel
(Erster Bürgermeister von Dresden) und Michael Freitag. Es erschienen
ein Katalog und die Vorzugsausgabe einer Radierung.



Nachttisch, 2006, Öl auf Leinwand, 110 x 125 cm

WERNER STÖTZER

24. März – 14. Mai 2006


»Wegzeichen«


Aus Anlaß des 75. Geburtstages von Werner Stötzer fanden neben
unserer noch zwei weitere Austellungen statt, die gemeinsam eine Retrospektive an drei Orten bildeten:

Gräsergarten der Akademie der Künste, Berlin-Tiergarten

Garten der Landesvertretung Brandenburg In den Ministergärten.

Berlin-Mitte





Für Bobrowski, 1988, Marmor, 112 x 25 cm

ANDREA FRANZIOCH

27. Januar – 12. März 2006


Arbeiten 2003 2005


Zur Eröffnung in Anwesenheit der Künstlerin sprach Dr. Bettina Baumgärtel (Leiterin der Gemäldesammlung, museum kunst palast Düsseldorf). Es erschien ein Katalog.

Atelier Köln, 2005

YEHUDIT SASPORTAS

9. Dezember 2005 – 22. Januar 2006


»the cave light«


Zur Eröffnung in Anwesenheit der Künstlerin sprachen

Steffen Heitmann (Präsident der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen)

Patricia Werner (Geschäftsführung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung)
Christoph Tannert (Künstlerhaus Bethanien Berlin)

Zur Ausstellung erschienen ein Katalog und eine Lithographie.


Gefördert durch: Ostdeutsche Sparkassenstiftung im Freistaat Sachsen gemeinsam mit der Ostsächsichen Sparkasse Dresden und Kulturstiftung des Freistaates Sachsen


Thomas, 2005, Tusche auf Papier, 200 x 150 cm (Sammlung Kaufmann / Berlin, courtesy Galerie EIGEN + ART / Leipzig, Berlin)

ANNA & BERNHARD BLUME

14. Oktober – 4. Dezember 2005


"Im Wald"


WALD - EINE ROMANTIK-REFLEXION III


Ausstellungseröffnung am Freitag, dem 14. Oktober 2005 um 20 Uhr.
Zur Eröffnung spricht Matthias Flügge, Berlin. Die Künstler sind anwesend.

YANNICK DEMMERLE

19. August – 25. September 2005


WALD - EINE ROMANTIK-REFLEXION II


Ausstellungseröffnung am Freitag,
dem 19. August 2005, 20 Uhr.

Es spricht Herr Christoph Tannert,
Künstlerhaus Bethanien Berlin.
Der Künstler ist anwesend;
zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


Im Aquarellzimmer zeigen wir Zeichnungen und Aquarelle von Eduard Leonhardi aus dem Bestand des Stadt- und Bergbaumuseums Freiberg und der Städtischen Galerie Dresden - Kunstsammlung.
Wir danken den Leihgebern.


Untitled o 2000, C-print, diasec on aluminium, 175 cm x 220 cm, Edition 3 (+2 AP)g
Courtesy Arndt & Partner Berlin/Zürich

FRANK LIPPOLD

1. Juli – 14. August 2005


Eröffnung am Freitag, dem 1. Juli 2005 um 20 Uhr.

Es spricht Christoph Tannert,
Künstlerhaus Bethanien Berlin.

Der Künstler ist anwesend;
zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


ELKE HOPFE

29. April – 26. Juni 2005


Eröffnung am Freitag, dem 29. April 2005 um 20 Uhr.

Es spricht Prof. Dr. Rainer Beck,
Hochschule für Bildende Künste Dresden.

Die Künstlerin ist anwesend;
zur Ausstellung erscheint ein Katalog.







Akt (seitlich), 2002, Graphit 100 x 75cm

WERNER LIEBERKNECHT

11. Februar – 10. April 2005


Eröffnung am Freitag, dem 11. Februar 2005 um 20 Uhr.

Es spricht T. 0. Immisch,
Stiftung Moritzburg Halle.

Der Künstler ist anwesend;
zur Ausstellung erscheint ein Katalog.








Justizvollzugsanstalt Schießgasse Dresden, Lichthof, 2002, Farbfoto, 50 x 60 cm




ANDREAS KÜCHLER (*1953 – † 2001)

19. November 2004 – 23. Januar 2005


Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, dem 19. November 2004 um 20 Uhr, laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. 

Zur Ausstellung liegen ein Katalog und ein originalgraphisches Plakat vor.


 
Grußwort: Dr. Lutz Vogel 
Erster Bürgermeister der Landeshauptstadt Dresden


Einführung: Michael Freitag 


Musik: Julius Heise






Andreas Küchler porträtiert von Ludwig Rauch






Schizophren, 1992, Öl auf Leinwand, 90 x 110 cm

DIETER GOLTZSCHE

17. September – 14. November2004

» Malerei und Zeichnungen«


Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, dem 17. September 2004, um 19 Uhr
sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen.

Der Künstler wird anwesend sein;
zur Ausstellung erscheinen ein umfangreicher Katalog und ein originalgraphisches Plakat.
                 
Zur Eröffnung spricht Matthias Flügge, Berlin.

"Enttäuschung gehört zu den großen Dingen in der Kunst; Befriedigung ist nichts ... Wenn ich moderne Kunst sage, meine ich nicht Moderne Kunst. Das Problem entstand schon vor geraumer Zeit, und die Frage lautet: Ist Kunst überhaupt möglich? Vielleicht ist dies der Inhalt der modernen Kunst."
Philip Guston, 1965


Landschaft mit Kugel, 1988, Aquarell, Tempera, 29,5 x 21,0 cm

KLAUS DENNHARDT

9. Juli – 29. August 2004


flußabwärts


Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, dem 9. Juli 2004 um 20 Uhr, sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen.

Der Künstler wird anwesend sein; zur Ausstellung liegt ein Katalog vor.
Zur Eröffnung spricht der Schriftsteller Jürgen K. Hultenreich, Berlin.

Klaus Dennhardt
1941 geboren in Dresden
1958 - 1961 Arbeiter- und Bauernfakultät für Bildende Künste Dresden
1963 - 1968 Hochschule für Bildende Künste Dresden
1968 - 1986 freischaffend in Dresden
1986 Umzug nach Berlin West
seit 1999 Arbeit in Berlin und Dresden
Ausstellungen (Auswahl)
1975 Zentralinstitut für Kernforschung, Rossendorf
1979 Leonhardi-Museum, Dresden
1982 Galerie Kühl. Dresden
1984 Kunstverein Aalen
1995 galerie am blauen wunder, Dresden
1998 Galerie Horschik & Schultz, Dresden
2001 Villa Eschebach, Dresden
2004 Galene Kasten, Mannheim; Avantgart AG, Heimbach


Kaditz, 2003, Kreide/ Papier/ Leinwand, 80 x 140cm

CORNELIA SCHLEIME

30. April – 27. Juni 2004


Von Angesicht zu Angesicht


Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, dem 30.4.2004, 20.00 Uhr sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen. Die Künstlerin wird anwesend sein; zur Ausstellung liegt ein Katalog vor.
Zur Eröffnung spricht Michael Freitag, Berlin.
                 

Cornelia Schleime: Ich male, also bin ich

Cornelia Schleime ist eine Künstlerin, die sich weder damals in der DDR noch später auf dem westlichen Kunstparkett vereinnahmen ließ. Mit ihren Lebensstationen wandelte sich ihre Kunst. Nie gab sie sich mit dem gerade Erreichten zufrieden. Sie legte sich zu keinem Zeitpunkt auf einen einmal gefundenen Stil fest. Ihre Bilder sind immer auch ein lebendiger Teil von ihr selbst. Sie bilden keine Welt ab, denn die "Welt, das Reale, ist kein Objekt. Sie ist ein Prozess" (John Cage). Von Bildern, die sie gerade gemalt hatte, kann sie sich oft lange nicht trennen. Sie sind für sie keine Objekte, sondern Subjekte, die sich durch das Licht im Tagesrhythmus verändern, deren Farbhaut dünn ist und zerreißen kann, wenn man gegen sie stößt. "Es ist ihr Leben, das sie angreifbar macht und so ist auch meines." (1

Aufgewachsen in einer Diktatur des "gesetzten Wir" (Uwe Kolbe), hatte sie bei zeiten gelernt, sich den Zwängen und Zumutungen des verordneten Glücks zu entziehen. "Die Gemeinschaft domestiziert die Extreme." Sie hätte "meine Brüche geglättet. Ich wollte hier nichts verändern, außer mich selbst. Ich hatte es satt, wie die Menschen sich selbst betrogen. So wollte ich nicht alt werden." Schon früh träumte sie davon, wie August Macke nach Marokko zu fahren, "um in der Ferne mir selbst zu begegnen, einzutauchen in das Opium zügelloser Sonnen." Sie wollte immer eine Reisende sein und die großen Museen der Welt besuchen, diese Kraftwerke gebündelter Energie, um dort den Giottos, Masaccios, van Eycks, Vermeers, Manets und Turners zu begegnen, "vielleicht auch nur, um einmal einem kleinen Aquarell von Wilhelm Blake gegenüberzustehen."

Stattdessen ging sie zunächst auf virtuelle Reisen in den Katalogen und Künstlerbüchern der Sächsischen Landesbibliothek. Dort entdeckte sie Arnulf Rainer, Cy Twombly, Francis Bacon. Vor allem Twombly eröffnete ihr neue visuelle Räume. Ihre Professorin an der Dresdner Kunstakademie kannte keinen dieser Künstler. Nach Friseurlehre, Maskenbildnerstudium und Arbeit als Pferdepflegerin an der Vollblutrennbahn in Dresden, machte sie 1980 ihr Diplom in Malerei und Grafik an der Kunstakademie auf der Brühischen Terrasse.

Auszug aus dem Katalog "Cornelia Schleime - Von Angesicht zu Angesicht" von Eckhart Gillen

1 Zit. aus einem Brief vom 30.05.1985
2 Unveröffentlichter Text vom 26.03.2002. Zu ihren schönsten Arbeiten gehören die aus Texten, Zeichnungen, Aquarellen, Ansichtskarten und Fotos collagierten Tagebücher über Reisen nach Kenia, Indonesien, Brasilien, oder Hawaii


Kleiner Tiroler, 2001, Acryl, Schellack, Asphaltlack auf Leinen, 200 x 160 cm

HOLGER JOHN

26. März – 25. April 2004


Zeichnungen

Eröffnung am Freitag, 26 März 2004 um 20 Uhr.
Der Künstler ist anwesend; zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

"DIE UNGEHEUERE WELT, DIE ICH IM KOPFE HABE."

Es scheint kein Zufall zu sein, daß Holger John eine besondere Affinität zu Franz Kafka verspürt; Kafkas Selbstbekenntnis, das dieser staunend seinem Tagebuch anvertraut hat, könnte ebensogut von Holger John stamme . Unwillkürlich kommt dieser Satz auch dem Betrachter in den Sinn, der vor Johns Zeichnungen steht. Die schier überbordende Fülle an Themen und Motiven, die Johns Phantasie entspringen und von ihm geradezu wie in einem "stream of consciousness" zu Papier gebracht werden, läßt kaum eine distanziert-unbeteiligte Betrachtungsweise zu. Man wird hineingezogen, man taucht ein in eine WeIt, die hinter der eigentlichen zu liegen scheint - oder vielleicht doch die wirkliche ist?
        
Die manchmal nur mit wenigen Strichen geradezu "hingeworfenen" Bilder, meistens aber mit äußerster Sorgfalt und Liebe zum Detail ausgearbeiteten Szenen entfalten eine Wirkung, von der sich der Betrachter gern berauschen läßt. Spuk- und Traumgestalten, frei erfunden oder Zitat, ziehen die Blicke auf sich, regen zum Nachdenken an oder erheitern, wenn unverhofft Klischees in ihrer Gegenteil verkehrt oder "beim Wort genommen" werden. Holger ]ohn gehört zu jene seltene Gruppe von Künstlem auf der Grenze zwischen bildender Kunst und Literatur. Man fühlt sich an Alfred Kubin erinnert - auch er jemand, der in einer Seelenverwandtschaft mit Kafka stand. Wo ]ohns Zeichnungen nicht selbst literarisches Zitat sind, stellt er leicht mit einem hingeworfenen Satz, manchmal auch nur mit einem Wort, eine Verbindung her. Ob vordergründig komisch oder tiefgründig böse - man ist stets versucht, nach einem verborgenen Hintersinn zu suchen. Aber selbst dort, wo ]ohn bitterböse, fast ätzende Zeitkritik übt, zeigen sich tragende Spuren von hintergründigem Humor, von seinem besonderen Sinn für das Absurde.

Es verwundert kaum, daß in einer solchen Welt auch der prallen Erotik eine ihr zukommender Platz eingeräumt wird. Und dies wie selbstverständlich mit der Bereitschaft, zu provozieren - nicht zuletzt darüber, aus welchen Bereichen unseres Lebens wir sie ausgeblendet haben, sei es aus kuIturellen .religiösen oder sonstigen Gründen. Aber auch der sich provoziert fühlenden Betrachter wird sich kaum der Faszination dieser zahllosen Facetten funkelnden Phantasiewelten entziehen können. Mit ihrer perfektionierten Technik und sehr persönlich geprägten künstlerische Meisterschaft gehören Holger ]ohns Zeichnungen zu dem farbigsten, was je schwarz auf weiß zu Papier gebracht wurde.

Auszug aus dem Katalogtext zur Ausstellung von Hans-Gerd Koch (Publizist, Literaturwissenschaftler und Kafka-Herausgeber)


Holger John "Deutsches Mädchen" 2001 Feder,Tusche 24x30 cm

JÜRGEN SCHÖN

16. Januar – 21.März 2004


Vom 16. Januar bis zum 21. März 2004 zeigt das Leonhardi-Museum eine Ausstellung mit Zeichnungen und plastischen Körpern von Jürgen Schön.



Die Eröffnung findet am Freitag, dem 16. Januar um 20 Uhr statt; der Künstler ist anwesend; es spricht Werner Meyer von der Kunsthalle Göppingen.

Zur Ausstellung sind ein Plakat und eine Edition erschienen; während der Ausstellung erscheint ein Katalog.

"Einerseits suggerieren die Skulpturen Jürgen Schöns Dinge, Bruchstücke aus Architektur oder ähnliches. Auf der anderen Seite entziehen sie sich konsequent jeder Bestimmung einer Funktion oder einer Bezeichnung. Sie sind einfach da - lapidar, autonom, provozierend, geheimnisvoll.

Ursprünglich Steinbildhauer, wechselt der Dresdner Künstler Jürgen Schön 1989 das Material und auch das künstlerische Konzept. Statt der Endgültigkeit und des ästhetischen Gewichts klassischer bildhauerischer Materialien wählt er die vorläufige Leichtigkeit des Papiers. Schicht für Schicht entwickelt sich in leimgetränktem Papier eine Form. Und eben diese Schichtung verbirgt sie auch dem Betrachter, verbirgt die Form, bevor sie einen Namen bekommen kann. Graues und weißes Papier, gemischt mit Leim, entwickelt eine eigene Farbigkeit, zusammen mit der Modellierung legt die Oberfläche eine impressionistische, auflösende Sicht der Skulpturen nahe. Der Künstler findet intuitiv die reine Form und ihre eigene, innere Stimmigkeit.

Um das zu erreichen, läßt der Künstler keine Deutung und Interpretation für seine Skulpturen zu: nicht Natur, nicht die Welt der Dinge, keine soziale oder gesellschaftliche Bedeutung -nur die Aura des Geheimnisses, der Stille, der Konzentration, eine gelassene Ruhe vermitteln die Skulpturen von Jürgen Schön. Der Grundgedanke der Moderne von der Unabhängigkeit, von der Autonomie des Kunstwerkes hat im Werk von Jürgen Schön eine bemerkenswerte Renaissance gefunden."   (Werner Meyer)

Jürgen Schön wurde 1956 in Riesa geboren und studierte von 1979-1986 Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.

Er erhielt verschiedene Preise und Auszeichnungen, u.a. das Stipendium der Stiftung Vordemberge-Gildewart (1991) und den Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste, Berlin.

Jürgen Schön lebt und arbeitet in Dresden.

HERMANN GLÖCKNER

Wiedereröffnung des Leonhardi Museums
am 10. Oktober 2003


»Für Dresden«


Zur Wiedereröffnung des Leonhardi Museums am Freitag, dem 10. Oktober 2003 um 19.00 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.



Hermann Glöckner

Kein Ausstellungsinstitut muß heute noch rechtfertigen, weshalb es Hermann Glöckner zeigt; eine städtische Dresdner Galerie, zudem in Loschwitz gelegen, schon gar nicht; und dennoch: die Wiedereröffnung des traditionsreichen Leonhardi-Museums ist Schnittpunkt mannigfacher Erwartungen; was kann dieses Haus leisten, was sollte es vermeiden - welche Ausstellung kann am ehesten den Weg kenntlich machen, den wir gehen wollen?

Mein Wunsch, das Museum mit einem speziellen Blick auf Glöckners Werk zu eröffnen, fand bei den Nachlaß-Verwaltern sofort Zustimmung; Rudolf Mayer hatte schließlich auch die bezwingende Idee, Glöckners Arbeiten "für Dresden" zu untersuchen. So können wir unter dem Thema "Der Künstler und seine Stadt" eine Ausstellung zeigen, die von den frühen Landschaftsstudien über wichtige Bilder der 20er und 30er Jahre bis zur baugebundenen Kunst und zu den eigenständigen Plastiken für den öffentlichen Raum Kunstwerke aus über 70 Schaffensjahren versammelt und in ihrem oft spannenden Entstehungsprozeß dokumentiert. Dabei geht es uns nicht um anbiedernde Referenz an den genius loci dieser Stadt - es wird viel- mehr deutlich, wie sehr Glöckners Kunst in der Region gründet, von ihr inspiriert und auf sie bezogen ist. Hier in Dresden entwickelte er seine künstlerische Identität, ohne je von Provin- ziellem gefährdet gewesen zu sein. Ebenso, wie er in seinen frühen Arbeiten im Dürerschen Sinne die "Kunst aus der Natur gerissen" hat, entwuchs das Universale seines Werkes wesentlich den regionalen Bezügen. Dieser Aspekt der Konstituierung des Universalen aus dem Regionalen soll für unsere Arbeit bestimmend bleiben - wir wollen dabei den mannigfaltigen Wechselbeziehungen zwischen Künstlern und dieser Stadt nachspüren.

Hermann Glöckners Werk wurzelt in der Region, weist aber darüber hinaus; es ist vielfältig, aber nie beliebig; unspektakulär und sparsam in Form und Mitteln, aber reich in der Wirkung; es ist Sammlung, nicht Zerstreuung. In diesem Sinne kann es Anspruch auch für die Arbeit unseres Hauses sein.

Die erstaunliche Reihe früher Gemälde und Zeichnungen wäre ohne die Großzügigkeit öffentlicher und privater Leihgeber nicht zustande gekommen; ihnen möchten wir Dank sagen, ebenso der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Freistaat Sachsen gemeinsam mit der Stadtsparkasse Dresden, deren freundliche Förderung den vorliegenden Katalog ermöglicht hat, sowie dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Prof. Dr. Werner Schmidt, Dr. Christian Dittrich und nicht zuletzt dem ständigen Begleiter unserer Vorbereitungen, Rudolf Mayer, danke ich sehr herzlich für ihre fundamentale Arbeit am Katalog und die Mitarbeit bei der Ausstellungsvorbereitung.

Bernd Heise