Hermann Glöckner, Faltung

Konzept

 

Das Leonhardi-Museum ist ein besonderer Ort für Begegnungen mit Kunst. Die Anbindung an das künstlerische Vermächtnis Eduard Leonhardis sorgt dafür, dass die Vermittlung von zeitgenössischer Kunst hier eine geistige Rückbindung erhält, die man in den enthistorisierten, sozusagen »ambientefreien« Ausstellungszusammenhängen von Kunsthallen und White-Cube-Architektur oft vermisst. Von diesem auratischen Platzvorteil müssen wir grundsätzlich ausgehen, nicht zuletzt, weil der Ort nach dem Willen seines Gründers als Förderstätte für junge Kunst schon angelegt worden war.

 

Der Aspekt der Konstituierung des Universalen aus dem Regionalen ist bestimmend für unsere Arbeit. Dabei wollen wir den mannigfaltigen Wechselbeziehungen zwischen Künstlern und dieser Stadt nachspüren. Beispielhaft steht dafür die Ausstellung zur Wiedereröffnung des Hauses im Jahr 2003 mit Arbeiten von Hermann Glöckner: Glöckners Werk wurzelt in der Region, weist aber darüber hinaus; es ist vielfältig, aber nie beliebig; unspektakulär und sparsam in Form und Mitteln, aber reich in der Wirkung; es ist Sammlung, nicht Zerstreuung. In diesem Sinne kann es Anspruch auch für die Arbeit unseres Hauses sein.