»Frühe Wand«, o.J., Tusche, Collage auf Papier, 70 × 50 cm



»Frühe Wand«, o.J., Tusche auf Papier, 69 × 50 cm



»Schwarze Kanne«, ca. 1952, Eitempera, Caparol auf Papier,
97 × 68 cm



»Maltisch mit Selbstbildnis«, 1954, Tempera, Gouache, Bleistift, Papiercollage auf Karton, 61 × 42,7 cm

FRITZ KLEMM

2. März – 21. Mai 2018


»Malerei und Arbeiten auf Papier«



Zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag,
dem 1. März um 20 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Es spricht Matthias Flügge.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Am 15. Mai um 19 Uhr findet in der Ausstellung ein Gespräch zu Fritz Klemm mit Barbara Klemm, Matthias Flügge und Bernd Heise statt. Der Eintritt ist frei.

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Während der Eröffnung und des Gesprächs steht Ihnen der Parkplatz an der Grundstraße oberhalb des Museums zur Verfügung.

Ausstellung und Katalog verdanken sich einer Kooperation zwischen dem Kunstmuseum Ahlen, dem Museum de Fundatie in Zwolle und dem Leonhardi-Museum Dresden.

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Fritz Klemm war ein Spätberufener, ein spät Entdeckter. Erst 1951, mit fast 50 Jahren fing er an zu malen, alles was vorher stattfand, tat er als »Fingerübungen« ab. 1972, mit 70 Jahren, hatte er seine erste Einzelausstellung. Fritz Klemm war ein zeitlebens zu wenig gewürdigter Künstler, was auch damit zusammenhängt, dass er wenig Aufhebens von sich machte. Seine Selbstbildnisse zeigen ihn als leere Silhouette hinter Malutensilien oder als fragile Figur, an den Rand gedrückt durch einen bilddominierenden Vorhang. Das Selbst äußert sich nicht im Bildnis, sondern in seinem Tun, symbolisiert durch Maltisch, Pinsel, Farben. »Mein Realismus ist fest in der Anschaulichkeit, trocken in der Durchführung und lapidar in der Aussage«, umreißt der Künstler wenige Jahre vor seinem Tod 1990 sein Werk. Das steht in einem interessanten Widerspruch zur Wirkung seiner Bilder. Indem sich Klemm in der Darstellung von den Gegenständen löst, erweckt er die dargestellten Dinge zum Leben: Der Betrachter ist gefordert, den Entstehungsprozess umzukehren, die Dinge wieder mit der Wirklichkeit zu verbinden, sie zurückzuübersetzen, sie neu wahrzunehmen. Die Linie trennt die Flächen, gliedert und proportioniert, die Plastizität des verwendeten Materials tut ein Übriges, um Fritz Klemms Bilder sprechen zu lassen. Mehr ist da nicht und mehr bedarf es auch nicht.

»Diese heitere Distanz sowie die Liebe zu den einfachen, oft übersehbaren Dingen, zur krummen, ungenauen, welligen Haut des zerknitterten, geschnittenen Papiers, zu den Klebestreifen, den Papierfeldern, den Kanten, Falten, Überlagerungen; die Genauigkeit und Klarheit der gezogenen Linie, die Trennung von positiven und negativen Flächen, die Hell-Dunkel-Brechungen dieses palimpsestartige, zeitverschobene Überlagern, Aufdecken und Zudecken, schafft Zeiträume von so einfacher Ganzheit, dass man staunend und überrascht von der Energie dieser Blätter die Person des Künstlers zeitgenössisch jugendlich für sich vereinnahmt.«     JÜRGEN PARTENHEIMER

Das Leonhardi-Museum zeigt 50 Papierarbeiten (Zeichnungen, Mischtechniken und Collagen) und fünf der seltenen Caparol-Bilder Klemms, die in Dresden noch nie zu sehen waren. Die Ausstellung verdankt sich einer Kooperation des Kunstmuseums Ahlen, des Leonhardi-Museums und des Museum de Fundatie in Zwolle (NL).

Biographisches
Fritz Klemm (*1902 in Mannheim) studierte in den 1920er Jahren an der Badischen Landeskunstschule Karlsruhe, bevor er als Kunsterzieher an verschiedenen Schulen arbeitete. 1948 bis 1970 lehrte er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe
. In seinen letzten beiden Lebensjahrzehnten widmete sich Klemm ausschließlich dem eigenen Werk. Der Künstler starb 1990 in Karlsruhe.