»Kontinente wandern«, 2007,
Mischtechnik auf Papier, 60,3 × 86 cm



»Schnabel-Baum«, 2017,
Pappe, Papiermaché, Tusche, Höhe 62 cm, Durchmesser 29 cm



»Fliegender Teppich«, 2016, Mischtechnik, 70 × 50 cm


»Schlucht, blau, mit gelben und roten Punkten«, 2009, Mischtechnik, 41,7 × 29,5 cm


»Gelbes Haus«, 2007, Mischtechnik, 56 × 38,2 cm


»Alabama, mundgesenkt«, 1994, Mischtechnik, 59,1 × 46,3 cm


WALTER LIBUDA

8. September – 5. November 2017


»Magische Areale. Arbeiten mit Papier«



Eröffnung am Donnerstag, dem 7.9. um 20 Uhr

Es spricht Michael Freitag,
Direktor der Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg

Der Künstler ist zur Eröffnung anwesend.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Ausstellung und Katalog verdanken sich einer Kooperation zwischen der Feininger-Galerie Quedlinburg, dem Leonhardi-Museum Dresden und der Galerie Pankow in Berlin.


Während der Eröffnung steht Ihnen der Parkplatz an der Grundstraße oberhalb des Museums zur Verfügung.


Walter Libudas Werk ist nicht leicht zu fassen. Zum einen, weil es von beinahe beispielloser Vielgestaltigkeit ist. Mediale Grenzen (von
»technischen« Darstellungsformen wie Fotografie oder Video einmal abgesehen) sucht man vergebens. Bühne, Bildkasten, Objekt, Assemblage oder Plastik, alles ist möglich, vor allem aber ist dieser Künstler ein begnadeter Maler und Zeichner. Was Libuda darstellt, bleibt freilich rätselhaft, ist weder abstrakt noch gegenständlich, weder konstruktiv noch realistisch. Aus den Oberflächen des Alltags entleiht er bestenfalls vage Muster, um sie seinen sehr speziellen Bildwelten einzuverleiben. Bildwelten, die vom Wahnsinn nicht allzu weit entfernt scheinen. Bildwelten, die ein Geheimnis bergen, das sich nicht universal erkennen, entschlüsseln oder mitteilen lässt. In einer Realität, die darauf ausgelegt ist, alles zu erkennen, zu entschlüsseln und darüber ungefragt Mitteilung machen zu müssen, wirkt Libudas Irr-Realität wie das genaue Gegenteil. Auch Bildtitel helfen hier nicht weiter, in ihnen setzt sich das Verwirrspiel fort. Wo sie vorgeben, Halt und eine Richtung zu bieten, entpuppen sie sich oft genug als Schimäre – oder im besten Falle als Spur zu einem so vagen wie magischen Begreifen hin.


»Wir haben es mit dem Zauber eines Werks zu tun, das ein wahres Bilderfest veranstaltet und darin völlig einzigartig ist. Es macht gute Laune, es ist freundlich, es ist offen und frei. Es hat alles, was es braucht, um
sich gegen das bloße Dasein zu bewegen, auch gegen die oft trübe Gegenwart der Kunst: Mit Feuerwerk und Rampenlicht, mit Bettgestell und Kammerwahn.«
Michael Freitag


Es ist dies die erste Libuda-Ausstellung, die allein die Arbeiten präsentiert, die sich nur einem Material verdanken, dem Papier. Der Titel der Ausstellung, nicht Arbeiten
»auf«, sondern »mit« Papier macht deutlich, dass das Material bei Walter Libuda nicht einfach nur Bildträger ist, sondern in seiner künstlerischen Verwandlung selbst zum Subjekt wird. Das Gemälde wird Relief, wird Objekt, tarnt sich als Popup-Buch. Oder wird eben zur »Römischen Falle«.

Die Ausstellung und der Katalog verdanken sich einer Kooperation mit der Lyonel-Feininger-Galerie Quedlingburg und der Galerie Pankow Berlin. Gezeigt werden etwa 100 Werke.

Biographisches
Walter Libuda, Jahrgang 1950, studierte 1973 bis 1979 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB), die letzten beiden Jahre als Meisterschüler von Bernhard Heisig. Danach arbeitete er als Assistent an der HGB; 1985 zog er nach Berlin. Seit 1992 ist er Mitglied des Deutschen Künstlerbundes, seit 1998 Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste. Seine Werke waren auf zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. Er ist Träger des Fred-Thieler-Preises für Malerei der Berlinischen Galerie und des Gerhard-Altenbourg-Preises des Lindenau-Museums Altenburg. Libuda lebt in Schildow bei Berlin.