Mein Wunsch, das Museum mit einem speziellen Blick auf Glöckners Werk zu eröffnen, fand bei den Nachlaß-Verwaltern sofort Zustimmung; Rudolf Mayer hatte schließlich auch die bezwingende Idee, Glöckners Arbeiten »für Dresden« zu untersuchen. So können wir unter dem Thema »Der Künstler und seine Stadt« eine Ausstellung zeigen, die von den frühen Landschaftsstudien über wichtige Bilder der 20er und 30er Jahre bis zur baugebundenen Kunst und zu den eigenständigen Plastiken für den öffentlichen Raum Kunstwerke aus über 70 Schaffensjahren versammelt und in ihrem oft spannenden Entstehungsprozeß dokumentiert. Dabei geht es uns nicht um anbiedernde Referenz an den genius loci dieser Stadt – es wird vielmehr deutlich, wie sehr Glöckners Kunst in der Region gründet, von ihr inspiriert und auf sie bezogen ist. Hier in Dresden entwickelte er seine künstlerische Identität, ohne je von Provinziellem gefährdet gewesen zu sein. Ebenso, wie er in seinen frühen Arbeiten im Dürerschen Sinne die »Kunst aus der Natur gerissen« hat, entwuchs das Universale seines Werkes wesentlich den regionalen Bezügen. Dieser Aspekt der Konstituierung des Universalen aus dem Regionalen soll für unsere Arbeit bestimmend bleiben – wir wollen dabei den mannigfaltigen Wechselbeziehungen zwischen Künstlern und dieser Stadt nachspüren.